SÜDA Hygiene in der Fußpflege und Podologie: Anforderungen an den Behandlungsraum
Hygiene in der Fußpflege und Podologie: Worauf muss im Behandlungsraum geachtet werden?
Hygiene ist in der Fußpflege und Podologie weit mehr als eine gesetzliche Pflicht – sie ist die Grundlage für die Sicherheit und Gesundheit Ihrer PatientInnen. Ein hygienisch einwandfreier Behandlungsraum schützt vor Infektionen, vermittelt Professionalität und schafft Vertrauen. Doch was bedeutet das konkret? Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie ein Höchstmaß an Hygiene sicherstellen und welche Maßnahmen unverzichtbar sind.
Raumhygiene: Saubere Luft und Böden als Basis
Die Hygiene beginnt bereits bei der Raumluft. Regelmäßiges Lüften ist essenziell, um die Keimbelastung zu reduzieren und ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Ideal ist Stoßlüften vor und nach jeder Behandlung, denn so wird die Luft vollständig ausgetauscht. Auch die Bodenpflege spielt eine zentrale Rolle: Der Boden sollte täglich feucht gewischt werden, am besten mit einem desinfizierenden Reinigungsmittel. Bei sichtbarer Verschmutzung ist sofortiges Nachreinigen Pflicht. Denken Sie daran: Der Boden ist eine potenzielle Keimquelle, die oft unterschätzt wird.
Oberflächenhygiene: Jeder Handgriff zählt
Alle Oberflächen im Behandlungsraum müssen regelmäßig desinfiziert werden. Die Behandlungsliege wird nach jeder Sitzung gründlich mit einem geeigneten Flächendesinfektionsmittel gereinigt. Auch Arbeitsflächen, Schränke und Geräte, die häufig berührt werden, sollten in festen Intervallen desinfiziert werden. Besonders wichtig sind Handstücke und Instrumente, die nach jeder Nutzung gereinigt und desinfiziert werden müssen. Ein klar strukturierter Hygieneplan hilft, diese Schritte konsequent umzusetzen und dokumentiert die Intervalle – das schafft Sicherheit und Nachweisbarkeit.
Patientenvorbereitung: Schutz beginnt vor der Behandlung
Vor jeder Behandlung sollten die Füße Ihrer PatientInnen mit einem hautverträglichen Desinfektionsmittel behandelt werden. Dieser Schritt reduziert das Risiko der Keimübertragung erheblich und schützt vor Infektionen. Gleichzeitig vermittelt er Professionalität und sorgt dafür, dass sich Ihre PatientInnen gut aufgehoben fühlen.
Instrumentenaufbereitung: Der wichtigste Hygieneschritt


Die Aufbereitung der Instrumente ist das Herzstück der Hygiene. Nach der Behandlung werden grobe Verschmutzungen sofort entfernt. Anschließend erfolgt die gründliche Reinigung – entweder mechanisch oder maschinell, beispielsweise in einem Ultraschallbad. Danach werden die Instrumente mit einem geprüften Desinfektionsmittel behandelt und schließlich sterilisiert. Sterile Instrumente müssen in geschlossenen, sauberen Behältern gelagert werden, um ihre Sterilität zu bewahren. Vergessen Sie nicht: Regelmäßige Wartungen und die Dokumentation der Sterilisationszyklen sind Pflicht und sichern die Qualität Ihrer Arbeit.
Persönliche Schutzausrüstung: Sicherheit für alle Beteiligten
Handschuhe, Mundschutz und gegebenenfalls eine Schutzbrille sind unverzichtbar. Nach jeder Behandlung werden die Handschuhe gewechselt und die Hände gründlich desinfiziert. Bei Arbeiten, die Aerosole erzeugen – etwa beim Einsatz von Fräsern – empfiehlt sich zusätzlich das Tragen einer FFP2-Maske. Diese Maßnahmen schützen nicht nur Ihre PatienInnen, sondern auch Sie und Ihr Team.
Abfallentsorgung und Organisation: Ordnung ist Hygiene
Gebrauchte Handschuhe, Tupfer, andere Verbrauchsmaterialien müssen nach dem gebrauch entsorgt werden. Verwenden Sie zuschnürrbare Mülltüten in desinfizierbaren Abfallbehälter und leeren Sie diesen mindestens einmal täglich. Ein klar strukturierter Hygieneplan sowie regelmäßige Schulungen des Teams stellen sicher, dass alle Vorgaben eingehalten werden. Interne Kontrollen oder Audits helfen, die Qualität langfristig zu sichern.
Fazit: Hygiene ist ein Prozess, kein einmaliger Akt
Hygiene in der Fußpflege und Podologie ist ein kontinuierlicher Prozess, der Aufmerksamkeit und Konsequenz erfordert. Wer die genannten Punkte umsetzt, sorgt nicht nur für Sicherheit und Gesundheit, sondern auch für Vertrauen und Professionalität. Ein gut durchdachtes Hygienekonzept schützt Ihre PatientInnen, Ihr Team und letztlich auch Ihren guten Ruf.
- Vor und nach jeder Behandlung Stoßlüften
- Boden täglich feucht wischen (mit Desinfektionsreiniger)
- Bei sichtbarer Verschmutzung sofort nachreinigen
- Behandlungsliege nach jeder Behandlung desinfizieren
- Arbeitsflächen und Schränke regelmäßig reinigen
- Geräte und Handstücke nach jeder Nutzung desinfizieren
- Hygieneplan führen und Intervalle dokumentieren
- Füße vor der Behandlung mit hautverträglichem Desinfektionsmittel behandeln
- Grobe Verschmutzungen sofort entfernen
- Reinigung mechanisch oder im Ultraschallbad
- Desinfektion mit geprüftem Mittel
- Sterilisation im Autoklaven gemäß Vorschrift
- Sterile Lagerung in geschlossenen Behältern
- Wartung des Autoklaven und Dokumentation der Zyklen
- Handschuhe, Mundschutz und ggf. Schutzbrille tragen
- Handschuhe nach jeder Behandlung wechseln
- Hände gründlich desinfizieren
- Bei Aerosolbildung FFP2-Maske verwenden
- Hygienemüll getrennt entsorgen
- Verschließbare, desinfizierbare Behälter nutzen
- Tägliche Leerung sicherstellen
- Hygieneplan aktuell halten
- Team regelmäßig schulen
- Interne Kontrollen durchführen